31.08.04 - 7.55 Uhr: Wuppertal - Noch breitere Mobilisierung für den nächsten Montag verabredet
Wuppertal (Korrespondenz): Der Auftakt der Demonstration war am Montag schon um 17 Uhr vor den Elberfelder "City Arkaden", um sich gemeinsam gegen ein angkündigtes Erscheinen von Neonazis zu wehren. Der Platz füllte sich allmählich mit 400 bis 500 Menschen. Transparente und Plakate gegen die massenfeindlichen Regierungspläne durch Hartz IV und die Agenda 2010 wurden deutlich sichtbar.
Nachdem sich doch eine Nazigruppe gezeigt hatte, wurde sie hauptsächlich von Mitgliedern des Autonomen Zentrums mit großem Beifall der Versammelten verjagt. Lautstark wurde deutlich, dass diese Menschen nichts zu tun haben mit der Einheit des Volkes gegen den Sozialkahlschlag.
Anschließend zog die Versammlung zur ersten Kundgebung auf dem Kerstenplatz. Das längst bewährte "offene Mikrofon" nutzten sehr viele Menschen zu kurzen Beiträgen gegen die Folgen der Hartz-Gesetze und machten letztendlich deutlich, dass die letzte Konsequenz nur der Fall von Hartz IV und der gesamten Agenda 2010 sein muss, damit der Fall der Regierung Schröder. Solange soll demonstriert werden.
Die Frauengruppe Courage sang überzeugend das Lied gegen die Agenda und für den Fall des ganzen Kabinetts, sodass eine kämpferische Stimmung erzeugt werden konnte. Mehrheitliche Zustimmung fand der Vorschlag aus Leipzig und Berlin, am 3. Oktober einheitlich und massenhaft nach Berlin zu marschieren.
Auffallend war diesmal, dass der Anteil ausländischer Mitbürger zugenommen hatte, was unbedingt zu begrüßen ist. Leider war die Mikrofonanlage diesmal in der Kapazität zu klein, um auch die weiter außen stehenden Menschen zu erreichen.
Nach dem Demonstrationszug durch die bevölkerte Elberfelder Innenstadt schlossen sich weitere Menschen an, der Ruf "Weg mit Hartz IV. Das Volk sind wir!" wurde zur deutlich bestimmenden Stimme des Protestes. Danach wurde klar, dass alle mit noch mehreren am nächsten Montag um 17.45 Uhr wieder kommen.
Dem Aufruf, anschließend das gemeinsame Vorgehen für die nächste Zeit zu besprechen und dem einen organisatorischen Rahmen zu geben, folgten dann 28 Demo-Teilnehmer. Das Treffen widerspiegelte die Einheit im Kampf gegen die Hartz-Gesetze und der Agenda 2010 durch Einzelpersonen und örtliche Organisationen wie "attac", "sozialforum", "MLPD", "Tacheles e.V.", Frauenverband "Courage", "Erwerbsloseninitiative", "Autonomes Zentrum", "PDS", "Wuppertaler Bündnis gegen die Agenda 2010".
Der nächste Montag wird durch Flyer in der ganzen Stadt angekündigt und als "Kochtopfdemonstration" durchgeführt mit dem Schwerpunkt, die Machenschaften der Wuppertaler Sozialverbände mit ihren heuchlerischen und menschenverachtenden Ein-Euro-Jobs ins Visier zu nehmen und anzuprangern. Günstige Perspektiven also für die Weiterentwicklung der Proteste und für den ersten Höhepunkt der Herbstkampagne 2004: Die zentrale NRW-Demonstration am 18.9. in Düsseldorf.
