30.08.04 - 22:35 Uhr: Bergkamen: "Um unsere Zukunft geht es ja schließlich!"
Bergkamen (Korrespondenz): 40 Menschen nahmen fest an der ganzen Montagsdemonstration gegen Hartz IV teil. Immer wieder reihten sich zeitweise vor allem jugendliche Passanten in den Demonstrationszug ein. Die Gesamtteilnehmerzahl war also ca. 50. Darauf angesprochen warum sie mitdemonstriert sagte ein Mädchen: "Um unsere Zukunft geht es ja schließlich!"
Dies spielte auch eine große Rolle in den Redebeiträgen am offenen Mikrophon. Werner Engelhardt (Kandidat für BergAuf bei den Kommunalwahlen) griff die Aussagen des Arbeitsamtsdirektors an, der groß in der Lokalzeitung verkündete, dass mit Hartz IV die Jugendarbeitslosigkeit auf Null herunter gefahren werden könne. Wo sollen jedoch die Jobs herkommen, wenn bei Schering, der DSK überall die Arbeitsplätze abgebaut werden sollen? Billigjobs- wie Hartz IV es vorsieht - und Warteschleifen seien keine Zukunft für die Jugend. Deshalb sei es notwendig dass Hartz IV weg muss und statt dessen wirkliche arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen werden!
Ein Kollege meinte am offenen Mikrophon, dass er öffentlich nichts sagen wolle. Man wisse ja wie es mit der Meinungsfreiheit bestellt sei. Ein IG-Metall Kollege griff das auf und verurteilte, dass überall wo Menschen gegen die herrschende Politik protestieren, sie bespitzelt würden. Wie damals die Montagsdemonstrationen gegen das Honecker- Regime von der Stasi, so würden jetzt die Demonstrationen vom Verfassungsschutz bespitzelt. Das sei ein Skandal - doch trotzdem dürfe man sich davon nicht einschüchtern lassen.
Nach der zwar kleinen aber sehr kämpferischen Demonstration wurde auf dem Rathausvorplatz nochmals das offene Mikrophon eröffnet. Sehr großen Beifall erhielt die Vernetzung der Montagsdemonstrationen durch die Leipziger Konferenz am 28.8. und der Bericht der beiden Delegierten. Der Beschluss am 3. Oktober einen Sternmarsch nach Berlin zu veranstalten wurde begeistert aufgenommen. Die Leipziger Resolution wurde danach einstimmig verabschiedet. Weil es nun anfing wie aus Kübeln zu gießen wurde nach einzelnen weiteren Redebeiträgen die Veranstaltung beendet mit dem Hinweis, dass weiter kräftig für die Montagsdemonstration geworben werden soll.
Die Teilnehmer setzten sich diesmal zusammen aus Kollegen von Schering mit IG BCE Fahne und Schildern, verschiedenen "BergAuf"-Mitgliedern mit Fahne und Schildern, einem Vertreter von Siemens VDO mit IG-Metall- Fahne, verschiedenen interessierten Bürgern, vielen Jugendlichen, die zeitweise mitmarschiert sind und sehr begeistert waren und MLPD-Vertretern
Ein Flugblatt von "BergAuf" mit einem Offenen Brief gegen die Hetze in der Presse und der Einladung zur Montagsdemonstration wurde in Bergkamen breit an die Bürger verteilt. Am Samstag, den 28.8. war ein Einsatz dazu. Am Donnerstag, den 26.8. fand eine positive Diskussionsrunde von "BergAuf" zur Frage der Überparteilichkeit statt, die alle Mitglieder in "BergAuf" mobilisierte.
Die bürgerlichen Medien haben in ihrer Desinformationspolitik umgeschaltet. Ging es bei den ersten Montagsdemonstrationen in Bergkamen um eine massive Berichterstattung zur angeblichen Unterwanderung bzw. Steuerung durch die MLPD, wird seit dem 30.8. gar nicht mehr über die Montagsdemonstration berichtet und die Pressevertreter erscheinen auch nicht mehr. Dagegen war ein Reporter von "Antenne Unna" anwesend, der aber nicht live berichtete, sondern eher ein Studio-Gespräch ausmachen wollte und gemacht hat.
